Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich nicht überall gleichzeitig sein kann – und auch nicht überall sein muss.
Ich bin Mama.
Ich bin Ehefrau.
Ich bin Sportlerin.
Ich bin selbstständig.
Ich führe Trainings.
Ich bin Markenbotschafterin.
Ich bin Spartan Brand Ambassador und dementsprechend sichtbar auf Social Media.
Ich mache mein komplettes Marketing selbst – Content, Planung, Website-Gestaltung, Kommunikation, alles.
Und irgendwo dazwischen gibt es tatsächlich auch noch mich. 😉
Deshalb habe ich gelernt, bewusster mit meiner Zeit und meiner Energie umzugehen.

Mein Alltag ist kein Hobbyprojekt.
Selbstständigkeit bedeutet nicht:
„Oh cool, du bist flexibel!“
Selbstständigkeit bedeutet:
Wenn ich es nicht mache, macht es niemand.
Trainings vorbereiten.
Kurse geben.
Rechnungen schreiben.
Kooperationen managen.
Buchungen koordinieren.
Ferienwohnung verwalten.
Social Media bespielen.
Content produzieren.
Und „nebenbei“ ein kleines Menschenwesen großziehen.
Ein Haushalt, der auch regelmäßig Aufmerksamkeit fordert, existiert übrigens ebenfalls.
Das ist kein Jammern.
Das ist mein bewusst gewähltes Leben.
Ich liebe, was ich tue.
Aber ich verteile meine Energie nicht wie Konfetti. ☝️
Sozial inkompatibel? Nö. Selektiv.
Nur weil ich nicht ständig irgendwo auftauche, heißt das nicht, dass ich keine Menschen mag.
Ich mag Menschen sogar sehr.
Nur eben nicht inflationär.
Ich brauche keine permanente Verfügbarkeit, um verbunden zu sein.
Ich brauche Qualität.

Tiefe statt Dauer-Chat
Für mich gehört zu einer guten Freundschaft auch, dass nicht ständig Kontakt stattfinden muss.
Wenn ich eine tiefe Freundschaft habe,
dann kannst du dich auf mich verlassen.
Ich bin loyal. Ich unterstütze.
Ich stehe hinter meinen Menschen – nicht nur, wenn es bequem ist.
Aber Freundschaft bedeutet für mich nicht,
dass wir uns jeden zweiten Tag updaten müssen.
Sie bedeutet:
Wir wissen, was wir aneinander haben.
Auch mit Pausen dazwischen.
Ich mag Gespräche, die tiefer gehen. Gedanken, die hängen bleiben. Visionen, Zweifel und Ideen, bei denen man auch mal die Zeit vergisst.
Dieses ständige „Und sonst so?“ – „Alles gut?“ – „Muss ja.“ ist einfach nicht so meins. 😉
Natürlich kann ich Smalltalk.
Aber wenn ich meine ohnehin begrenzte Zeit mit Menschen verbringe, dann am liebsten so, dass sich daraus ein echtes Gespräch entwickelt.
Für mich zählt nicht, wie oft wir uns hören oder sehen, sondern wie es sich anfühlt, wenn wir Zeit miteinander verbringen.
Und vielleicht ist genau das etwas, das man manchmal von außen nicht sieht
Wir haben keine Oma und keinen Opa ums Eck, die auch mal einspringen können, wenn wir etwas vorhaben.
Die Betreuung unseres Sohnes stemmen mein Mann und ich komplett selbst.
Wir müssen uns abstimmen, planen und schauen, wie wir unseren Alltag unter einen Hut bekommen.
Das bedeutet eben auch, dass ich nicht einfach spontan zu einem Treffen kommen, jede Einladung annehmen oder abends noch schnell irgendwo auftauchen kann.
Ich weiß, dass viele Großeltern gerne helfen und dass das für Familien eine große Entlastung sein kann.
Das ist auch völlig in Ordnung.
Nur hat eben nicht jeder diese Möglichkeit.
Und genau deshalb wünsche ich mir manchmal, dass Menschen verstehen, dass hinter einem abgesagten Treffen nicht automatisch Desinteresse steckt. Manchmal passt es zeitlich einfach nicht.
Manchmal ist der Tag schon voll.
Und manchmal brauche ich die wenige freie Zeit, die mir bleibt, auch einfach für mich.
Das hat nichts damit zu tun, wie wichtig mir jemand ist. Es ist schlicht meine Realität.
Ich verbringe sehr wohl Zeit mit Menschen.
Nur eben bewusst.
Zum Beispiel bei meinen Spartan Race Wochenenden.
🏃♀️ Da, wo Energie entsteht, nicht verpufft.
Ein ganzes Wochenende voller Fokus, Schlamm und echter Verbundenheit.
Genau diese Mischung liebe ich.
Gemeinsam etwas erleben, sich gegenseitig pushen, lachen, leiden und am Ende völlig fertig, aber glücklich nach Hause fahren. 😄


Und nein, das heißt nicht, dass man mich nicht mehr fragen darf.
Ich freue mich über Einladungen.
Über ehrliche Fragen.
Über echtes Interesse.
Ich sage vielleicht nicht zu allem Ja.
Aber ich sage auch nicht zu allem Nein.
Ich mag ehrliche Verbindungen.
Verbindungen, die sich gegenseitig Energie geben und nicht rauben.
Ich mag Menschen, die verstehen, dass ein Nein kein persönlicher Angriff ist –
und ein Ja eine echte Entscheidung.
Und das ist doch eigentlich viel wertvoller
als ein halbherziges Zusagen aus Pflichtgefühl.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl selbst: Du hast eigentlich gar keine Zeit, aber trotzdem ein schlechtes Gewissen, wenn du eine Einladung ablehnst.
Aber warum wird Ruhe so oft mit Desinteresse verwechselt?
Warum muss ständige Verfügbarkeit der Beweis dafür sein, dass uns Menschen wichtig sind?
Für mich ist das heute anders.
Ich bin nicht unsozial.
Ich bin nur nicht beliebig verfügbar.
Ich pushe meine Grenzen im Sport. Aber ich respektiere sie im Leben.
Und vielleicht ist genau das etwas, das ich mit den Jahren gelernt habe: Nicht alles mitmachen zu müssen, nur weil ich es könnte.
Zeit ist für mich heute nichts, was ich einfach verteile.
Ich möchte sie mit Menschen, Dingen und Erfahrungen verbringen, die mir wirklich etwas bedeuten.
